Hauptachsentransformation

In diesem Kapitel beschäftigen wir uns mit der Hauptachsentransformation.

Um dieses Thema zu verstehen, musst du die Grundlagen der Matrizenrechnung beherrschen.

Die Hauptachsentransformation ist ein Verfahren der linearen Algebra, um Gleichungen sogenannter "Hyperflächen zweiter Ordnung" in einer Normalform darstellen und klassifizieren zu können.

Der Einfachheit halber beschränken wir uns bei der folgenden Betrachtung auf den \(\mathbb{R}^2\).

Um den Sinn und Zweck der Hauptachsentransformation zu verstehen, ist es notwendig, zunächst einige Begriffe zu definieren:

  • Eine Quadrik ist die Lösungsmenge einer quadratischen Gleichung mit mehreren Unbekannten. Im \(\mathbb{R}^2\) (d.h. bei zwei Unbekannten) bildet eine Quadrik in der Regel eine Kurve in der Ebene. Bei dieser Kurve handelt es sich um einen sog. Kegelschnitt.
  • Ein Kegelschnitt ist eine Kurve, die entsteht, wenn man die Oberfläche eines (Doppel-)Kegels mit einer Ebene schneidet. Enthält die Schnittebene die Kegelspitze, so entsteht als Schnitt entweder ein Punkt oder eine Gerade oder ein sich schneidendes Geradenpaar. Ist die Spitze nicht enthalten, so entsteht eine Ellipse, eine Parabel oder eine Hyperbel.
  • Hyperflächen sind geometrische Objekte, deren Dimension um genau eins geringer ist als die Dimension des Raumes, in dem sie dargestellt werden. Hyperflächen zweiter Ordnung im \(\mathbb{R}^2\) bezeichnet man als Kegelschnitte. "Zweite Ordnung" meint, dass in der Bestimmungsgleichung die Variablen höchstens in der zweiten Potenz auftreten.

Mit diesem Wissen können wir die Definition der Hauptachsentransformation vereinfachen zu

Die Hauptachsentransformation ist ein Verfahren der linearen Algebra, um Gleichungen von Kegelschnitten in einer Normalform darstellen und klassifizieren zu können.

Zu Beginn einer Hauptachsentransformation ist eine Kegelschnittgleichung gegeben.

Die allgemeine Gleichung für Kegelschnitte lautet

\(ax^2 + bxy + cy^2 + dx + ey + f = 0\)

Diese wollen wir im Rahmen der Hauptachsentransformation so umformen, dass wir erkennen, um welchen Kegelschnitt es sich handelt.

Klassifikation von Kegelschnitten

Die folgende Tabelle enthält alle Lösungsfälle, die im Rahmen einer Hauptachsentransformation vorkommen können. Ziel ist es, die Gleichung, die du als Lösung berechnet hast, mit den Gleichungen in dieser Tabelle zu vergleichen, um den in der Aufgabe gegebenen Kegelschnitt zu klassifizieren.

Ein Kegelschnitt ist eine Kurve, die entsteht, wenn man die Oberfläche eines Doppelkegels mit einer Ebene schneidet.

nicht ausgeartete Kegelschnitte

Wenn die Schnittebene die Kegelspitze nicht enthält,
entstehen die nicht ausgearteten Kegelschnitte.

 
Ellipse \[\frac{x^2}{\alpha^2} + \frac{y^2}{\beta^2}= 1\]
Hyperbel \[\frac{x^2}{\alpha^2} - \frac{y^2}{\beta^2} = 1\]
Parabel \[\frac{x^2}{\alpha^2} = 2y\]

ausgeartete Kegelschnitte

Wenn die Schnittebene durch die Kegelspitze geht,
entstehen die ausgearteten Kegelschnitte.

 
Punkt \[\frac{x^2}{\alpha^2} + y^2 = 0\]
Doppelgerade \[x^2 = 0\]
zwei sich schneidende Geraden \[\frac{x^2}{\alpha^2} - y^2 = 0\]
Ausnahmen sind Quadriken, die keine Kegelschnitte sind  
zwei parallele Geraden \[\frac{x^2}{\alpha^2} = 1\]
leere Menge

\[\frac{x^2}{\alpha^2} + \frac{y^2}{\beta^2} = -1\]

oder

\[x^2 = -1\]

Dabei gilt: \(\alpha > 0\) und \(\beta > 0\).

Leider gibt es für die Normalformen von Kegelschnitten keine einheitliche Schreibweise.
Die Lehrbücher unterscheiden sich teilweise sehr stark voneinander.

Vorgehensweise bei einer Hauptachsentransformation

Gegeben ist die Gleichung eines Kegelschnitts
\(4x^2 + 2xy + 4y^2 + 10x - 6y - 20 = 0\)

In der linken Graphik ist der Kegelschnitt eingezeichnet. Wir sehen sofort, dass es sich um eine Ellipse handelt. An der gegebenen Gleichung lässt sich das jedoch nicht ablesen. Erst nach einigen Umformungen ist eine Klassifizierung möglich.

Im ersten Schritt der Hauptachsentransformation nehmen wir eine Drehung des Kegelschnitts vor. Rechnerisch bedeutet das, dass der gemischte Term (\(xy\)) in der Gleichung verschwindet.

Die Gleichung des gedrehten Kegelschnitts lautet
\(5x^2 + 3y^2 + 2\sqrt{2}x - 8\sqrt{2}y - 20 = 0\)

Im zweiten Schritt der Hauptachsentransformation nehmen wir eine Verschiebung des Kegelschnitts vor. Rechnerisch bedeutet das, dass die nicht-quadratischen Terme (d.h. \(x\) und \(y\)) in der Gleichung verschwinden.

Die Gleichung des verschobenen (und gedrehten) Kegelschnitts lautet
\(5x^2 + 3y^2 - \frac{466}{15} = 0\)

Im dritten und letzten Schritt nehmen wir eine Klassifikation der Kegelschnittgleichung vor. Dazu vergleichen wir die in der Hauptachsentransformation berechnete Gleichung \(5x^2 + 3y^2 - \frac{466}{15} = 0\) mit den Gleichungen im Abschnitt "Klassifikation von Kegelschnitten" (siehe oben).

Wenn wir den konstanten Term auf die rechte Seite bringen

\(5x^2 + 3y^2 = \frac{466}{15}\)

sehen wir sofort, dass die berechnete Kegelschnittgleichung am ehesten der Gleichung einer Ellipse ähnelt

\[\frac{x^2}{\alpha^2} + \frac{y^2}{\beta^2}= 1\]

Damit sind wir am Ziel:
Wir haben rechnerisch herausgefunden, dass es sich um eine Ellipse handelt.

Jetzt müssen wir nur noch die Frage klären, welche (Rechen-)Schritte in den Phasen "Drehung" und "Verschiebung" notwendig sind, um auf dieses Ergebnis zu kommen.

1. Drehung

Ziel: Elimination des gemischten Terms (\(xy\)) aus der Gleichung

Graphische Bedeutung: Drehung (Rotation) des Kegelschnitts

Vorgehensweise

  1. Gleichung in Matrixdarstellung umformen
  2. Matrix diagonalisieren
    2.1 Charakteristisches Polynom berechnen
    2.2 Nullstellen des charakteristischen Polynoms berechnen
    2.3 Diagonalmatrix aufstellen
  3. Transformationsmatrix berechnen
    3.1 Eigenvektoren berechnen
    3.2 Eigenvektoren normalisieren
    3.3 Transformationsmatrix aufstellen
  4. Matrixgleichung umformen
  5. Matrixgleichung ausmultiplizieren

zu Schritt 1.)

Im ersten Schritt müssen wir die gegebene Kegelschnittgleichung

\(ax^2 + bxy + cy^2 + dx + ey + f = 0\)

in folgende Matrixform bringen

\(x^T A x + u^T x + c = 0\)

Diese Matrixdarstellung bedeutet ausgeschrieben

\(\begin{pmatrix}x & y\end{pmatrix} \begin{pmatrix}a_ {11} & a_{12} \\ a_{21} & a_{22} \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix}u_1 & u_2\end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} + c = 0\)

Da es sich bei der Matrix \(A\) laut Definition um eine symmetrische Matrix handelt, sind die beiden Einträge \(a_{12}\) und \(a_{21}\) identisch. Die Darstellung kann demnach vereinfacht werden zu:

\(\begin{pmatrix}x & y\end{pmatrix} \begin{pmatrix}a_ {11} & a_{s} \\ a_{s} & a_{22} \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix}u_1 & u_2\end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} + c = 0\)

\(\fcolorbox{RoyalBlue}{RoyalBlue}{\({\color{white}x^T A x}\)}\)

Wenn wir den ersten Teil der Gleichung ausmultiplizieren

\(x^T A x = \begin{pmatrix}x & y\end{pmatrix} \begin{pmatrix}a_ {11} & a_{s} \\ a_{s} & a_{22} \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} = a_{11}x^2 + 2a_{s}xy + a_{22}y^2\)

und die Koeffizienten miteinander vergleichen

\({\color{red}a}x^2 + {\color{red}b}xy + {\color{red}c}y^2 + dx + ey + f = 0\)

\({\color{red}a_{11}}x^2 + {\color{red}2a_{s}}xy + {\color{red}a_{22}}y^2\)

können wir feststellen, dass gilt:

  • \(a_{11} = a\)
  • \(2a_{s} = b \qquad \rightarrow \quad a_{s} = \frac{b}{2}\)
  • \(a_{22} = c\)

\(x^T A x = \begin{pmatrix}x & y\end{pmatrix} \begin{pmatrix} a & \frac{b}{2} \\ \frac{b}{2} & c \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix}\)

\(\fcolorbox{RoyalBlue}{RoyalBlue}{\({\color{white}u^Tx}\)}\)

Wenn wir den zweiten Teil der Gleichung ausmultiplizieren

\(u^T x = \begin{pmatrix}u_1 & u_2\end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} = u_1 x + u_2 y\)

und die Koeffizienten miteinander vergleichen

\(ax^2 + bxy + cy^2 + {\color{red}d}x +{\color{red}e}y + f = 0\)

\({\color{red}u_1}x + {\color{red}u_2}y\)

können wir feststellen, dass gilt:

  • \(u_1 = d\)
  • \(u_2 = e\)

\(u^T x = \begin{pmatrix} d & e \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix}\)

\(\fcolorbox{RoyalBlue}{RoyalBlue}{\({\color{white}c}\)}\)

Die konstante Zahl \(c\) in der Matrixdarstellung

\(x^T A x + u^T x + {\color{red}c} = 0\)

entspricht schließlich der konstanten Zahl \(f\) in der allgemeinen Kegelschnittgleichung

\(ax^2 + bxy + cy^2 + dx +ey +{\color{red}f}= 0\)

  • \(c = f\)

Die Matrixdarstellung einer Kegelschnittgleichung

\(ax^2 + bxy + cy^2 + dx + ey + f = 0\)

lautet demnach

\(\begin{pmatrix}x & y\end{pmatrix} \begin{pmatrix} a & \frac{b}{2} \\ \frac{b}{2} & c \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} d & e \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} + f = 0\)

zu Schritt 2.)

Im zweiten Schritt müssen wir die Matrix diagonalisieren.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der Matrix \(A\) um eine symmetrische Matrix. Dies ist ganz praktisch, denn symmetrische Matrizen sind stets diagonalisierbar - d.h. eine Überprüfung auf Diagonalisierbarkeit entfällt!

zu Schritt 3.)

Mathematisch betrachtet handelt es sich bei der Drehung der Quadrik um eine sog. Koordinatentransformation. Dabei werden Koordinaten von einem Koordinatensystem in ein anderes übertragen.

Um die Koordinatentransformation durchzuführen, brauchen wir eine Transformationsmatrix. Dabei handelt es sich um eine orthogonale Matrix. Mit ihrer Hilfe können wir die Quadrik in ein anderes Koordinatensystem übertragen, ohne dass sich deren Form oder Größe ändert. Es wird somit eine kongruente Abbildung erzeugt (> Kongruenz).

zu Schritt 4.)

Die Matrixgleichung

\(x^T A x + u^T x + c = 0\)

soll umgeformt werden zu

\(x^T TDT^T x + u^T T T^T x + c = 0\)

  • \(D\) ist die Diagonalmatrix, die in Schritt 2.) berechnet wird
  • \(T\) ist die Transformationsmatrix, die in Schritt 3.) berechnet wird

Die beiden Gleichungen

\(x^T {\color{red}A} x + u^T x + c = 0\) und

\(x^T {\color{red}TDT^T} x + u^T {\color{red}TT^T} x + c = 0\)

sind gleichwertig, da gilt:

  • \(A = TDT^T\) (Eigenschaft einer diagonalisierbaren Matrix)
  • \(TT^T = 1\) (Eigenschaft einer orthogonalen Matrix)

Jetzt führen wir die neue Koordinate \(y\) ein, um die Koordinatentransformation durchzuführen.

Wir definieren: \(x = Ty\).

Jetzt multiplizieren wir die Gleichung (von links) mit \(T^T\), um die Gleichung nach \(y\) aufzulösen

\(x = Ty \quad |\cdot T^T\)

\(T^Tx = T^TTy \quad | T^T T = 1\)

\(T^Tx = y\)

Darüber hinaus gilt: \(x^T = (Ty)^T = y^T T^T\)

Jetzt multiplizieren wir die Gleichung (von rechts) mit \(T\), um die Gleichung nach \(y^T\) aufzulösen

\(x^T = y^T T^T \quad |\cdot T\)

\(x^T T = y^T T^T T \quad | T^T T = 1\)

\(x^T T = y^T\)

Mit Hilfe der beiden Gleichungen \(y = T^Tx\) und \(y^T = x^T T\), die wir gerade hergeleitet haben, können wir die Matrixgleichung

\(x^TTDT^T x + u^T TT^T x + c = 0\)

umformen zu

\(y^T D y + u^T T y + c = 0\)

2. Verschiebung

Ziel: Elimination der nicht-quadratischen Terme (\(x\) und \(y\)) aus der Gleichung

Graphische Bedeutung: Verschiebung (Translation) des Kegelschnitts

Vorgehensweise

Es ist eine quadratische Ergänzung durchzuführen,
für die folgende Schritte notwendig sind:

  1. Faktor vor dem quadratischen Term (\(x^2\) bzw. \(y^2\)) ausklammern
  2. Zahl \(p\) vor der einfachen Variable \((x\) bzw. \(y\)) herausfinden
  3. \(\left(\frac{p}{2}\right)^2\) berechnen
  4. Quadratische Ergänzung
  5. Ausmultiplizieren
  6. Binomische Formel anwenden
  7. Binome durch \(x\) bzw. \(y\) ersetzen

Beispiel einer Hauptachsentransformation

Gegeben ist folgende Kegelschnittgleichung

\(4x^2 + 2xy + 4y^2 + 10x - 6y - 20 = 0\)

1. Drehung

1.1) Gleichung in Matrixdarstellung umformen

Allgemein

\(ax^2 + bxy + cy^2 + dx + ey + f = 0\)

\(\begin{pmatrix}x & y\end{pmatrix} \begin{pmatrix} a & \frac{b}{2} \\ \frac{b}{2} & c \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} d & e \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} + f = 0\)

Auf das Beispiel angewendet

\(4x^2 + 2xy + 4y^2 + 10x - 6y - 20 = 0\)

\(\begin{pmatrix}x & y\end{pmatrix} \begin{pmatrix} 4 & 1 \\ 1 & 4 \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} 10 & -6 \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} - 20 = 0\)

1.2) Matrix diagonalisieren

Jetzt müssen wir die Matrix \(A\) diagonalisieren

\(A = \begin{pmatrix} 4 & 1 \\ 1 & 4 \end{pmatrix}\)

1.2.1 Charakteristisches Polynom berechnen

\(\begin{align*}
\begin{vmatrix} (4-\lambda) & 1 \\ 1 & (4-\lambda) \end{vmatrix} &= (4-\lambda) \cdot (4-\lambda) - 1 \cdot 1\\
&=16 - 8\lambda + \lambda^2 - 1\\
&= \lambda^2 - 8\lambda + 15
\end{align*}\)

1.2.2 Nullstellen des charakteristischen Polynoms berechnen

Die Nullstellen des charakteristischen Polynoms sind die Eigenwerte der Matrix \(A\).

Mit Hilfe der Mitternachtsformel erhalten wir die beiden Eigenwerte

\(\lambda_1 = 5 \qquad \lambda_2 = 3\)

1.2.3 Diagonalmatrix aufstellen

Die Elemente der Hauptdiagonale der Diagonalmatrix entsprechen den berechneten Eigenwerten.

\(D = \begin{pmatrix} \lambda_1 & 0 \\ 0 & \lambda_2 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 5 & 0 \\ 0 & 3 \end{pmatrix}\)

Hinweis: Die Anordnung der Eigenwerte auf der Hauptdiagonale ist beliebig.
Es gibt in diesem Fall also zwei Möglichkeiten die Diagonalmatrix aufzustellen.

1.3) Transformationsmatrix berechnen

1.3.1 Eigenvektoren berechnen

Rechenansatz aufstellen

\(A \cdot \vec{x} = \lambda \cdot \vec{x}\)

\(\begin{pmatrix} 4 & 1 \\ 1 & 4 \end{pmatrix} \cdot \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} = \lambda \cdot \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix}\)

Ausmultiplizieren des Rechenansatzes führt zu folgendem Gleichungssystem

\(\begin{align*}
4x + y &= \lambda x\\
x + 4y &= \lambda y
\end{align*}\)

Dieses Gleichungssystem lässt sich vereinfachen, indem man 1. Zeile - 4 \(\cdot\) 2. Zeile rechnet, um das \(x\) zu eliminieren

\(-15y = \lambda x - 4\lambda y\)

\(4\lambda y-15y = \lambda x\)

\((4\lambda-15)y = \lambda x\)

Nun setzen wir nacheinander die beiden Eigenwerte \(\lambda_1 = 5\) und \(\lambda_2 = 3\) ein, um die jeweiligen Eigenvektoren zu berechnen:

\[\fcolorbox{RoyalBlue}{RoyalBlue}{\({\color{white}\lambda_1 = 5}\)}\]

Eigenvektor zum Eigenwert \(\lambda_1 = 5\)

\((4 \cdot 5-15)y = 5x\)

\(5y = 5x\)

\(x = y\)

Das Gleichungssystem besitzt unendlich viele Lösungen. Eine spezielle Lösung erhält man, indem man für \(x\) oder \(y\) einen beliebigen Wert einsetzt.

Wir setzen \(x = 1\) und erhalten damit den folgenden Eigenvektor

\(\vec{x}_1 = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \end{pmatrix}\)

\[\fcolorbox{RoyalBlue}{RoyalBlue}{\({\color{white}\lambda_2 = 3}\)}\]

Eigenvektor zum Eigenwert \(\lambda_2 = 3\)

\((4 \cdot 3 -15)y = 3x\)

\(-3y = 3x\)

\(y = -x\)

\(x = -y\)

Das Gleichungssystem besitzt unendlich viele Lösungen. Eine spezielle Lösung erhält man, indem man für \(x\) oder \(y\) einen beliebigen Wert einsetzt.

Wir setzen \(x = -1\) und erhalten damit den folgenden Eigenvektor

\(\vec{x}_2 = \begin{pmatrix} -1 \\ 1 \end{pmatrix}\)

Anmerkung

Warum wir hier \(x = -1\) und nicht \(x = 1\) einsetzen, erfährst du im Schritt 1.3.3!

1.3.2 Eigenvektoren normalisieren

Ein normalisierter Vektor ist ein Vektor der Länge 1.

Damit die beiden Einheitsvektoren die Länge 1 haben, müssen wir sie durch ihre jeweilige Länge dividieren. (-> Einheitsvektor).

Länge des ersten Eigenvektors berechnen

\(|\vec{x}_1| = \sqrt{1^2 + 1^2} = \sqrt{2}\)

Der normalisierte (erste) Eigenvektor lautet demnach

\[\vec{n}_1= \frac{1}{|\vec{x}_1|}\begin{pmatrix} 1 \\ 1 \end{pmatrix} = \frac{1}{\sqrt{2}} \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \end{pmatrix}\]

Länge des zweiten Eigenvektors berechnen

\(|\vec{x}_2| = \sqrt{(-1)^2 + 1^2} = \sqrt{2}\)

Der normalisierte (zweite) Eigenvektor lautet demnach

\[\vec{n}_2 = \frac{1}{|\vec{x}_2|} \begin{pmatrix} -1 \\ 1 \end{pmatrix} = \frac{1}{\sqrt{2}} \begin{pmatrix} -1 \\ 1 \end{pmatrix}\]

1.3.3 Transformationsmatrix aufstellen

Die Spalten der Transformationsmatrix sind die normierten Eigenvektoren der Matrix \(A\).

\[T = \begin{pmatrix} \frac{1}{\sqrt{2}}1 & \frac{1}{\sqrt{2}}(-1) \\ \frac{1}{\sqrt{2}}1 & \frac{1}{\sqrt{2}}1 \end{pmatrix}= \frac{1}{\sqrt{2}} \begin{pmatrix} 1 & -1 \\ 1 & 1 \end{pmatrix}\]

Die Determinante der Transformationsmatrix ist +1. Es handelt sich also um eine Drehmatrix.

Anmerkung

Wäre die Determinante der Transformationsmatrix gleich -1, würde es sich um eine Spiegelungsmatrix handeln. Da wir die Figur aber nur drehen wollen, müssen wir in diesem Schritt darauf achten, dass die Determinante der Transformationsmatrix den Wert +1 annimmt. Beeinflussen können wir das durch entsprechende Wahl der Eigenvektoren.
(siehe Abschnitt 1.3.1 ganz unten)

1.4) Matrixgleichung umformen

Mit Hilfe der in Schritt 1.2) berechneten Diagonalmatrix \(D\) und der in Schritt 1.3) berechneten Transformationsmatrix \(T\) können wir die ursprüngliche Matrixgleichung

\(x^T A x + u^T x + c = 0\)

umformen zu

\(y^T {\color{red}D} y + u^T {\color{red}T} y + c = 0\)

Das \(y\) bzw. \(y^T\) soll andeuten (im Vergleich zu dem \(x\) bzw. \(x^T\) der ursprünglichen Gleichung), dass eine Koordinatentransformation stattgefunden hat. Zur Vereinfachung benennen wir im Folgenden die Einträge des Vektors \(y\) genauso wie die Einträge des ursprünglichen Vektors \(x\).

Die ursprüngliche Gleichung lautete

\(\begin{pmatrix}x & y\end{pmatrix} \begin{pmatrix} 4 & 1 \\ 1 & 4 \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} 10 & -6 \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} - 20 = 0\)

Die neue Gleichung lautet

\(\begin{pmatrix}x & y\end{pmatrix} {\color{red}\begin{pmatrix} 5 & 0 \\ 0 & 3 \end{pmatrix}} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} 10 & -6 \end{pmatrix} {\color{red}\frac{1}{\sqrt{2}} \begin{pmatrix} 1 & -1 \\ 1 & 1 \end{pmatrix}} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} -20 = 0\)

1.5) Matrixgleichung ausmultiplizieren

Teil 1

\({\color{red}\begin{pmatrix} x & y \end{pmatrix} \begin{pmatrix} 5 & 0 \\ 0 & 3 \end{pmatrix}} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} 10 & -6 \end{pmatrix} \frac{1}{\sqrt{2}} \begin{pmatrix} 1 & -1 \\ 1 & 1 \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} -20 = 0\)

\(\begin{pmatrix} x \cdot 5 + y \cdot 0 & x \cdot 0 + y \cdot 3 \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} 10 & -6 \end{pmatrix} \frac{1}{\sqrt{2}} \begin{pmatrix} 1 & -1 \\ 1 & 1 \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} -20 = 0\)

\(\begin{pmatrix} 5x & 3y \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} 10 & -6 \end{pmatrix} \frac{1}{\sqrt{2}} \begin{pmatrix} 1 & -1 \\ 1 & 1 \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} -20 = 0\)

Teil 2

\(\begin{pmatrix} 5x & 3y \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + {\color{red}\frac{1}{\sqrt{2}} \begin{pmatrix} 10 & -6 \end{pmatrix} \begin{pmatrix} 1 & -1 \\ 1 & 1 \end{pmatrix}} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} -20 = 0\)

\(\begin{pmatrix} 5x & 3y \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \frac{1}{\sqrt{2}} \begin{pmatrix} 10 \cdot 1 + (-6) \cdot 1 & 10 \cdot (-1) + (-6) \cdot 1 \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} -20 = 0\)

\(\begin{pmatrix} 5x & 3y \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \frac{1}{\sqrt{2}} \begin{pmatrix} 10 - 6 & - 10 - 6 \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} -20 = 0\)

\(\begin{pmatrix} 5x & 3y \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \frac{1}{\sqrt{2}} \begin{pmatrix} 4 & -16 \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} -20 = 0\)

\(\begin{pmatrix} 5x & 3y \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} \frac{4}{\sqrt{2}} & \frac{-16}{\sqrt{2}} \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} -20 = 0\)

Nenner rational machen (Wurzel im Nenner beseitigen, um Weiterrechnen zu vereinfachen)

\(\begin{pmatrix} 5x & 3y \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} \frac{4}{\sqrt{2}} \cdot \frac{\sqrt{2}}{\sqrt{2}} & \frac{-16}{\sqrt{2}} \cdot \frac{\sqrt{2}}{\sqrt{2}} \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} -20 = 0\)

\(\begin{pmatrix} 5x & 3y \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} \frac{4 \cdot \sqrt{2}}{\sqrt{2} \cdot \sqrt{2}} & \frac{-16 \cdot \sqrt{2}}{\sqrt{2} \cdot \sqrt{2}} \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} -20 = 0\)

\(\begin{pmatrix} 5x & 3y \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} \frac{4\sqrt{2}}{\sqrt{2 \cdot 2}} & \frac{-16\sqrt{2}}{\sqrt{2 \cdot 2}} \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} -20 = 0\)

\(\begin{pmatrix} 5x & 3y \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} \frac{4\sqrt{2}}{\sqrt{4}} & \frac{-16\sqrt{2}}{\sqrt{4}} \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} -20 = 0\)

\(\begin{pmatrix} 5x & 3y \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} \frac{4\sqrt{2}}{2} & \frac{-16\sqrt{2}}{2} \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} -20 = 0\)

\(\begin{pmatrix} 5x & 3y \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} 2\sqrt{2} & -8\sqrt{2} \end{pmatrix} \begin{pmatrix} x \\ y\end{pmatrix} -20 = 0\)

\(5x^2 + 3y^2 + 2\sqrt{2}x - 8\sqrt{2}y - 20 = 0\)

Die Drehung ist beendet...
\(\rightarrow\) der gemischte Term (\(xy\)) der ursprünglichen Gleichung wurde eliminiert!

Die ursprüngliche Gleichung lautete
\(4x^2 + {\color{blue}2xy} + 4y^2 + 10x - 6y - 20 = 0\)
Nach der Drehung fällt der gemischte Term (blau hervorgehoben) weg.

In der Abbildung sind die beiden normierten Eigenvektoren in rot eingezeichnet. Sie stehen senkrecht aufeinander.

Die normierten Eigenvektoren sind die Basisvektoren des neuen Koordinatensystems.

Der gemischte Term ist nach der 1. Koordinatentransformation verschwunden
\(5x^2 + 3y^2 + 2\sqrt{2}x - 8\sqrt{2}y - 20 = 0\)

Der Kegelschnitt wird so gedreht, dass seine Symmetrieachsen (Hauptachsen) danach parallel zu den Koordinatenachsen sind.

Im nächsten Schritt geht es um die Verschiebung der Quadrik.

2. Verschiebung

Damit die nicht-quadratischen Terme (\(x\) und \(y\)) verschwinden, müssen wir eine quadratische Ergänzung durchführen. Um genau zu sein, müssen wir sogar zwei quadratische Ergänzungen durchführen: einmal für die Variable \(x\) und einmal für die Variable \(y\).

1.) Faktor vor dem quadratischen Term (\(x^2\) bzw. \(y^2\)) ausklammern

\(5x^2 + 3y^2 + 2\sqrt{2}x - 8\sqrt{2}y - 20 = 0\)

\(5x^2 + 2\sqrt{2}x + 3y^2 - 8\sqrt{2}y - 20 = 0\)

\(5\left(x^2 + \frac{2\sqrt{2}}{5}x\right) + 3\left(y^2 + \frac{-8\sqrt{2}}{3}y\right) - 20 = 0\)

\(5\left(x^2 + \frac{2\sqrt{2}}{5}x\right) + 3\left(y^2 - \frac{8\sqrt{2}}{3}y\right) - 20 = 0\)

2.) Zahl \(p\) vor der einfachen Variable \((x\) bzw. \(y\)) herausfinden

\[p_x = \frac{2\sqrt{2}}{5}\]

\[p_y = \frac{8\sqrt{2}}{3}\]

3.) \(\left(\frac{p}{2}\right)^2\) berechnen

\[\left(\frac{p_x}{2}\right)^2 = \left(\frac{\frac{2\sqrt{2}}{5}}{2}\right)^2 = \frac{2}{25}\]

\[\left(\frac{p_y}{2}\right)^2 = \left(\frac{\frac{8\sqrt{2}}{3}}{2}\right)^2 = \frac{32}{9}\]

4.) Quadratische Ergänzung

\(5\left(x^2 + \frac{2\sqrt{2}}{5}x + \frac{2}{25} - \frac{2}{25}\right) + 3\left(y^2 - \frac{8\sqrt{2}}{3}y + \frac{32}{9} - \frac{32}{9}\right) - 20 = 0\)

5.) Ausmultiplizieren

\({\color{red}5}\left(x^2 + \frac{2\sqrt{2}}{5}x + \frac{2}{25} {\color{red}\,-\,\frac{2}{25}}\right) {\color{red}\,+\,3}\left(y^2 - \frac{8\sqrt{2}}{3}y + \frac{32}{9} {\color{red}\,-\,\frac{32}{9}}\right) - 20 = 0\)

\(5\left(x^2 + \frac{2\sqrt{2}}{5}x + \frac{2}{25} \right) {\color{red}\,+\,5 \cdot \left(-\frac{2}{25}\right)} + 3\left(y^2 - \frac{8\sqrt{2}}{3}y + \frac{32}{9}\right) {\color{red}\,+\,3 \cdot \left(-\frac{32}{9}\right)} - 20 = 0\)

\(5\left(x^2 + \frac{2\sqrt{2}}{5}x + \frac{2}{25}\right) {\color{red}\,-\,\frac{2}{5}} + 3\left(y^2 - \frac{8\sqrt{2}}{3}y + \frac{32}{9}\right) {\color{red}\,-\,\frac{32}{3}} - 20 = 0\)

Zusammenfassen

\(5\left(x^2 + \frac{2\sqrt{2}}{5}x + \frac{2}{25}\right) + 3\left(y^2 - \frac{8\sqrt{2}}{3}y +\frac{32}{9}\right) - \frac{2}{5} - \frac{32}{3} - 20 = 0\)

\(5\left(x^2 + \frac{2\sqrt{2}}{5}x + \frac{2}{25}\right) + 3\left(y^2 - \frac{8\sqrt{2}}{3}y + \frac{32}{9}\right) - \frac{466}{15} = 0\)

6.) Binomische Formel anwenden

Notwendiges Vorwissen

1. Binomische Formel: \(a^2 + 2ab + b^2 = (a+b)^2\)

2. Binomische Formel: \(a^2 - 2ab + b^2 = (a-b)^2\)

Ansatz

\(5\underbrace{\left(x^2 + \frac{2\sqrt{2}}{5}x + \frac{2}{25}\right)}_{a^2 + 2ab + b^2} + 3\underbrace{\left(y^2 - \frac{8\sqrt{2}}{3}y + \frac{32}{9}\right)}_{a^2 - 2ab + b^2} - \frac{466}{15} = 0\)

Zwischenschritt 1

\(b^2 = \frac{2}{25} \quad\Rightarrow\quad b = \sqrt{\frac{2}{25}} = \frac{\sqrt{2}}{\sqrt{25}} = \frac{\sqrt{2}}{5}\)

Zwischenschritt 2

\(b^2 = \frac{32}{9} \quad\Rightarrow\quad b = \sqrt{\frac{32}{9}} = \frac{\sqrt{32}}{\sqrt{9}} = \frac{\sqrt{16 \cdot 2}}{\sqrt{9}} = \frac{\sqrt{16} \cdot \sqrt{2}}{\sqrt{9}} = \frac{4\sqrt{2}}{3}\)

Ergebnis

\(5\underbrace{\left(x + \frac{\sqrt{2}}{5}\right)^2}_{(a+b)^2} + 3\underbrace{\left(y - \frac{4\sqrt{2}}{3}\right)^2}_{(a-b)^2} - \frac{466}{15} = 0\)

Aus der Form
\(5\left(x + {\color{red}\frac{\sqrt{2}}{5}}\right)^2 +3\left(y - {\color{red}\frac{4\sqrt{2}}{3}}\right)^2 - \frac{466}{15} = 0\)
die wir mit Hilfe der quadratischen Ergänzung ermittelt haben, lassen sich die Koordinaten des Mittelpunkts M der Ellipse ablesen:

\(M\left(-{\color{red}\frac{\sqrt{2}}{5}}|{\color{red}\frac{4\sqrt{2}}{3}}\right)\)
(Beachte die umgedrehten Vorzeichen!)

Ausgerechnet ergibt das ungefähr:
\(M(-0{,}282|1{,}886)\)

Diese Form der Gleichung ist vergleichbar mit der Scheitelpunktform einer quadratischen Funktion, die du wahrscheinlich in deiner Schulzeit kennengelernt hast. Die Scheitelpunktform berechnet man nämlich auch mit Hilfe der quadratischen Ergänzung und es lassen sich ebenfalls die Koordinaten eines Punktes (in diesem Fall: des Scheitelpunktes) ablesen.

7.) Binome durch \(x\) bzw. \(y\) ersetzen

Wenn wir die beiden Binome
\(5{\color{red}\left(x + \frac{\sqrt{2}}{5}\right)}^2 +3{\color{red}\left(y - \frac{4\sqrt{2}}{3}\right)}^2 - \frac{466}{15} = 0\) durch \(x\) und \(y\) ersetzen
\(5{\color{red}x}^2 +3{\color{red}y}^2 - \frac{466}{15} = 0\)
wird die Ellipse so verschoben, dass ihr Mittelpunkt im Koordinatenursprung liegt und ihre Hauptachse mit der x-Achse zusammenfällt.

Die Verschiebung ist beendet...
\(\rightarrow\) die nicht-quadratischen Terme (\(x\) und \(y\)) der ursprünglichen Gleichung wurden eliminiert!

Im letzten Schritt müssen wir die berechnete Gleichung klassifizieren. Wie das funktioniert, wurde bereits oben im Abschnitt "Vorgehensweise bei einer Hauptachsentransformation" erklärt.

Zusammenfassung

Mit Hilfe der Hauptachsentransformation können wir eine Kegelschnittgleichung in ihre Normalform überführen und anschließend klassifizieren.

Dabei läuft die Hauptachsentransformation in zwei Schritten ab

  1. Der Kegelschnitt wird so gedreht, dass seine Hauptachse parallel zur x-Achse verläuft.
  2. Der Kegelschnitt wird so verschoben, dass sein Mittelpunkt mit dem Koordinatenursprung und die Hauptachse mit der x-Achse übereinstimmt.
Andreas Schneider

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Weiterhin viel Erfolg beim Lernen!

Andreas Schneider

PS: Ich freue mich, wenn du mir mal schreibst!